Selbstverständlich schlägt bei uns gar nichts falsch. Der Kenner stellt schnell fest: Hier handelt es sich um den Holländischen Wechselschlag.

Da sich das Gehäuse in einem sehr guten Zustand befindet, nahmen wir für die Restaurierung lediglich das Uhrwerk inkl. des Pendels und die Gewichte mit in unsere Werkstatt.

 

Der Holländische Wechselschlag kann meiner Meinung nach jedoch ganz ordentlich in die Irre führen. Die für uns unübliche Schlagvariation ist im deutschen Raum eher weniger verbreitet. Sie lässt sich aber in wenigen Sätzen erklären:

 

Der Schlag erfolgt über eine hell und eine tief klingende Glocke. Zur Viertelstunde ertönt ein einfacher Schlag auf die tiefe Glocke, zur halben Stunde – und anstelle eines einfachen Schlages – die Stundenschlagzahl der nächsten vollen Stunde auf die heller klingende Glocke, zur Dreiviertelstunde wiederum ein einfacher Schlag auf die helle Glocke und zu guter Letzt die volle Stunde auf die tiefe Glocke.

 

In folgendem Video erkläre ich Ihnen die Funktion anhand des (noch unrestaurierten) Uhrwerks einer Bodenstanduhr aus dem 18. Jahrhundert.

 

Ihr Uhrmachermeister,

Michael Manßhardt